Design Thinking: Den Kreativen gehört die Zukunft.

von Johannes Altmann Januar 11, 2017

Design Thinking: Den Kreativen gehört die Zukunft.

Amazon macht es gerade vor: So geht Innovation. Egal ob AmazonGo, Alexa und Echo, Lieferung per Drohne oder Services wie Prime und Audible, die lange schon zu unserem Alltag gehören. Das Unternehmen ist Innovationstreiber im Netz und lässt Händler und Hersteller verunsichert zurück.

Dabei haben Shopbetreiber die letzten Jahre viel richtig gemacht: Optimieren, verbessern, relaunchen… nach typisch deutscher Manier waren wir auf der Suche nach Perfektion. Das zahlt sich auf Conversion Rate und Erfolg aus, die Sprünge werden allerdings immer kleiner. Aus Usability Optimierung wurde deshalb User Experience Optimierung und nun suchen wir mit Design Thinking nach echten Innovationen. Ein Wandel für Shopbetreiber und auch für uns – als Partner der Shops.

Es ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass mehr Service, schnellere Lieferung, günstigere Preise und bessere Shops den User zwar zufrieden stellen, er dadurch aber nicht zum loyalen Kunden wird. Dass viele A/B Tests zwar den Shop effizienter, aber nicht attraktiver machen. Dass trotz der Liebe zum Detail der Kunde eher undankbar beim nächsten Mal doch wieder bei Amazon kaufen wird. Kundenbindung und Aufbau von Loyalität sind die Themen, die uns 2017 massiv beschäftigen müssen!

Design Thinking ist ein Ansatz zum strukturierten Lösen von Problem und Finden von Innovationen. Die Methode wurde in den 90er Jahren in Stanford entwickelt und hat seinen Siegeszug im Silicon Valley angetreten. Der Prozess wird inzwischen vom Hasso Plattner Institute of Design in Deutschland weiterentwickelt und hat so auch den Weg in die deutsche Industrie gefunden. Neue Ideen und Innovation dürfen kein Zufall mehr sein, gute Ideen nicht mehr nur die Eingebungen einzelner Personen, sondern das Ergebnis von Design Thinking Gruppen.

Design Thinking ist nah am Usability Ansatz “human-centred design”. Der Mensch steht im Mittelpunkt bei der Entwicklung eines neuen Produkts, Services oder der Optimierung von Onlineshops. In Phase I beider Prozesse steht die Analyse daher an wichtigster Stelle. Durch Beobachten und Analysieren muss ein tiefes Verständnis zu den Bedürfnissen und dem Verhalten der User entwickelt werden. Im Design Thinking spricht man von „Empathie“, die aufgebaut werden muss. (Wir müssen mehr verstehen um besser zu handeln)

Im erforschten Ergebnis unterscheiden sich die beiden Ansätze jedoch signifikant. Während beim human centred Ansatz Usability und User Experience optimiert werden soll, liefern die Ergebnisse beim Design Thinking Prozess die Vorlage für die nächste Phase: Eine Innovation generieren, die ein erkanntes Problem löst. Ein Ansatz, den sicherlich auch Amazon verfolgt. Es geht nicht mehr nur um die Optimierung des Shops, sondern vielmehr um eine Optimierung des Handels insgesamt durch neue Ansätze und Ideen. Nur so ist auch erklärbar, dass Alexa als Sprachsteuerung völlig unabhängig von einem webbasierten Shop das künftige Device sein soll.

Das Ziel:

  • Human centred design: Optimierung der Usability und User Experience
  • Design Thinking Prozess: Innovative Lösung eines Problems

Ein großer Erfolgsfaktor von Design Thinking ist das multidisziplinäre Team. Ein Team aus Personen unterschiedlichster Fachbereiche sucht nach Lösungen. In der aktuellen e-Commerce Welt denken zu wenig unterschiedliche Typen über neue Lösungen nach – dadurch entsteht keine neue Denkweise.

Beim Design Thinking werden schnell Prototypen entwickelt, die beweisen sollen, ob neue Ideen funktionieren. MVPs – minimal viable products – sind Versionen, die den Grundanforderungen entsprechen aber noch keine highend Technologie bedeuten und daher schnell auch verworfen werden können. Ein krasser Gegensatz zu den teuren, komplexen Onlineshops, die heute gebaut werden und bei denen jede Optimierung und Weiterentwicklung ein komplexes Projekt bedeutet und viel Geld kostet. Fehler dürfen nicht gemacht werden – Innovationen sind daher eher ausgeschlossen.

Die Herausforderung der Zukunft: e-Commerce muss einfacher und flexibler werden. Starre Shopsysteme müssen einfach anzupassenden Systemen weichen, die Prototypen ermöglichen und Tests von neuen Ideen günstig machen. So steigt der Innovationswille und die Chance auf Ideen, die User wirklich begeistern.

Wichtiges ToDo: Kreative Büros & Besprechungsräume
Wireframe Blocks von Shoplupe: So entstehen viele Ideen




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