Undenkbares wird notwendig und Unmögliches muss realisiert werden

von Johannes Altmann März 28, 2017

Undenkbares wird notwendig und Unmögliches muss realisiert werden

Schon vor 10 Jahren musste ich in meinen Vorträgen die interessierten Zuhörer enttäuschen: „nein, Amazon lässt sich nicht kopieren – es ist mehr als ein Shop“. Heute sprechen wir von einem ausgeklügelten Ökosystem, das sich in seinen einzelnen Komponenten gegenseitig befruchtet und stärkt. Aus einem Wettbewerber ist ein Channel geworden, den nahezu jeder Shopbetreiber bedienen will oder muss. Dabei ist es völlig irrelevant darüber nachzudenken, ob das gut oder schlecht ist… es ist derzeit eine sichere Umsatzquelle. Wer nicht von Amazon abhängig sein will, der wird es von Google sein müssen.

Der Feature-Druck sinkt – Services werden nicht mehr wahrgenommen

Der deutsche e-Commerce steckt in einer Innovationskrise. Scheinbar gibt es nur noch wenige Optionen, um erfolgreich Handel zu betreiben. Dabei wurde die letzten Jahre viel optimiert. 80% aller Shops haben die letzten 3 Jahren einen Relaunch gemacht (Quelle: Shop Usability Award 2016 Befragung / n=500). Die Erwartungen der User sind aber nicht weiter gestiegen und der Feature-Druck ist nicht besonders hoch. Im Gegenteil – besondere Funktionen und Services werden heute kaum noch wahrgenommen und als selbstverständlich hingenommen. Die Chance für echte Zufriedenheit sinkt. Kunden bewerten zwar immer noch positiv – werden aber deshalb noch lange nicht zu loyalen Fans.

Undenkbares wird notwendig und Unmögliches muss realisiert werden

Erfolgreiche Onlineshops mussten Grenzen sprengen und Undenkbares realisieren oder Unmögliches umsetzen. Amorelie führte Erotik aus der Schmuddelecke, Tennis-Point (Motivation und Belohnung) eröffnete nahezu in allen europäischen Ländern gleichzeitig einen eigenen Shop, Keller-Sports.de (Gesamtsieger Shop Usability Award 2015) baute eine enorme Sport-Community auf und Springlane investierte in Content, der heute mehr als 2 Millionen Kochfans erreicht. Diese Shops sind erfolgreich, weil sie sich in die Playzone manövriert haben. Sie haben Grenzen überwunden und durch kreative, innovative, riskante und aufwändige Aktionen den Standard im e-Commerce verlassen.

Qualität kostet uns zu viel Zeit

Wir sind im Land der Ingenieure und denken in Qualität. Qualität braucht Zeit und Zeit kostet bekanntlich Geld – viel Geld. So ist es gekommen, dass Shops entwickelt wurden, die wahnsinnig aufwändig waren und enorm viel gekostet haben. Die technologische Machbarkeit hat einen Großteil der Ressourcen gekostet – dabei war überhaupt nicht immer klar, ob die Wünsche der künftigen User damit überhaupt erfüllt werden. Ein eklatanter Verstoß gegen das typische Vorgehen der vielbewunderten Firmen im Silicon Valley. Dort arbeiten immer mehr Unternehmen nach der Methode und Philosophie Design Thinking. Schnell sein und die Wünsche der User, die Wirtschaftlichkeit und die technologische Machbarkeit ins Zentrum setzen.

 

 

 

 

 

 

 

Querdenken und gestalten

Wir müssen uns vom technischen Denken verabschieden und mit den Augen des Users auf unser Unternehmen sehen. Wir müssen mehr Erkenntnisse gewinnen, neue Sichtweisen bekommen und so auf neue Ideen kommen. Wir müssen Grenzen sprengen und Unmögliches oder Undenkbares wagen.

Aus diesem Grund haben wir den Future Commerce Day ins Leben gerufen. Offsite von unserem daily business wollen wir für neues Denken motivieren, uns gegenseitig inspirieren und Spaß bei der Arbeit haben. Mit Lego® Serious Play® bauen wir gemeinsam an Ideen für den Handel der Zukunft. Jeden Monat, in eine neuen Stadt und einer neuen Gruppe Shopbetreibern und e-Commerce Interessierte.

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